northern Adriatic sailing itinerary

Ein Nordadria und Kvarner Segeltörn zu Saisonbeginn hat einen ganz besonderen Reiz. Mehr Raum, mehr Ruhe und eine intensivere Verbindung zum Meer. Im März 2026 startete unser Skipper und Segelinstruktor Toni Busic von unserer Charterbasis in Pomer mit unserer Beneteau Oceanis 40.1 „Kobe“ zu einem klaren Ziel. Die nördliche Adria und die Kvarner Bucht aus einer anderen Perspektive erleben. Abseits vom Massentourismus, in stillen Ankerbuchten und auf Inseln, auf denen die Natur noch den Ton angibt.

Unsere Charterbasis bei Pula befindet sich in der ACI Marina Pomer, an der nordwestlichen Seite des Medulinski Zaljev. Sie ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Segelurlaub in Istrien oder der nördlichen Adria. Mit 294 Liegeplätzen im Wasser und rund 30 an Land bietet die Marina optimale Voraussetzungen und zugleich einen geschützten, unkomplizierten Start in jede Route Richtung Kvarner.

Ultra Sailing Charterbasis in Pomer bei Pula

Diese Route richtet sich an Segler, die das Ursprüngliche suchen. Verlässliche Ankerplätze, wenig frequentierte Buchten und echtes Inselgefühl. Besonders in der Vor- und Nachsaison entfaltet sie ihren vollen Charakter, wenn das Segeln selbst im Mittelpunkt steht und nicht volle Marinas oder Nachtleben.

Überblick Nordadria und Kvarner Segeltörn

  • Dauer: 5 days
  • Gesamtdistanz: cca. 110 SM
  • Beste Segelzeit: April bis Mai sowie Oktober
  • Niveau: Mittelstufe (Grundkenntnisse im Ankern und Törnplanung erforderlich)
  • Vorteilhaft: Hohe Verfügbarkeit von Ankerplätzen und Bojen außerhalb der Hochsaison

Tag 1: Von Pomer nach Unije

Der Törn beginnt mit einer rund 25 Seemeilen langen Etappe von Pomer zur Insel Unije, westlich des nördlichen Teils von Lošinj, getrennt durch den Unije-Kanal. Nach etwa fünfeinhalb Stunden auf See stellt sich schnell das typische Gefühl für die nördliche Adria ein. Offenes Wasser, konstante Winde und ein ruhiger Übergang in eine deutlich ursprünglichere Inselwelt.

Unije besticht durch seine Einfachheit und Abgeschiedenheit. Die einzige Ortschaft liegt auf der Westseite mit Blick auf die Bucht „Luka Unije“. Große touristische Infrastruktur sucht man hier vergeblich. Genau das macht den besonderen Charme der Insel aus. Früher geprägt von Landwirtschaft und Fischerei, wirkt Unije bis heute angenehm entschleunigt und fernab vom Massentourismus.

An der Ostküste liegen drei Buchten, die hervorragende Bedingungen zum Ankern bieten.

Die Bucht Maračol ist die geschützteste und am besten ausgestattete. Rund 50 Bojen stehen zur Verfügung, der sandige Grund sorgt in 5 bis 9 Metern Tiefe für sicheren Halt. Ein Bootsmann kümmert sich in der Regel um Gebühren und Müllentsorgung.

Die Bucht Podkujni ist etwas ruhiger und bietet mit etwa 25 Bojen mehr Raum und Privatsphäre.

Die Bucht Vognišća ist die ursprünglichste. Ohne Bojen und mit deutlich weniger Verkehr eignet sie sich perfekt für alle, die wirklich frei ankern und völlige Ruhe genießen möchten.

Toni entschied sich für eine Boje in der Bucht Podkujni. Im März oder auch im April ist die Verfügbarkeit hoch. Selbst bei später Ankunft findet man problemlos einen Platz. Genau hier zeigt sich der große Vorteil des Segelns in der Vorsaison.

Tag 2: Von Unije nach Mali Lošinj und weiter nach Škarda

Die kurze Strecke von 12 Seemeilen nach Mali Lošinj erfüllt einen klaren Zweck. Auftanken, Proviant ergänzen und sich optimal auf die kommenden, weniger erschlossenen Etappen vorbereiten.

Neben seiner praktischen Funktion hat Mali Lošinj auch kulturell einiges zu bieten. Das Museum des Apoxyomenos ist ein echtes Highlight. Es beherbergt eine antike griechische Bronzestatue, die 1996 vor der Küste entdeckt wurde. Die Inszenierung im Museum ist eindrucksvoll und führt Besucher Schritt für Schritt zu diesem außergewöhnlichen Fund.

Nach dem Stopp geht es weiter über 26 Seemeilen zur Insel Škarda. Klein, ruhig und nur spärlich besiedelt, liegt sie zwischen Ist und Premuda.

Lojisce Bucht auf der Insel Škarda

Die Bucht Lojišće auf Škarda ist ein Paradebeispiel für einen entspannten Ankerplatz. Kristallklares Wasser, kaum Bebauung und einfache Bedingungen zum Ankern. Die Tiefen erlauben kontrolliertes Manövrieren ohne übermäßige Kettenlänge. Bei stabilem Wetter fühlt man sich hier vollkommen abgeschieden.

Im Vergleich zu Unije ist vor allem eines auffällig. Der Verkehr. Selbst in den Sommermonaten bleibt Škarda deutlich ruhiger. In der Vor- und Nachsaison wirkt die Bucht oft völlig unberührt.

Tag 3: Ist, Olib, Silba und Veli Lošinj

Dieser Tag steht ganz im Zeichen kürzerer Etappen und spontaner Entdeckungen.

Ein kurzer Schlag zur Insel Ist ermöglicht einen Stopp in der Bucht Mljake. Ideal für eine Pause oder beeindruckende Aufnahmen aus der Luft. Weiter geht es nach Olib, wo insbesondere die Bucht Južna Slatina überzeugt.

Olib hat eine bewegte Geschichte. Bereits in römischer Zeit besiedelt, später Teil der Republik Venedig, entwickelte sich die Insel über Jahrhunderte weiter. Der heute noch sichtbare Wehrturm erinnert an Zeiten, in denen Schutz vor Piraten notwendig war. Heute leben rund 700 Menschen hier, ruhig und weit entfernt vom Trubel.

Auf der Insel Silba spürt man sofort eine andere Atmosphäre. Keine Autos, keine Hotels, dafür Natur und Gelassenheit. Die Bucht Pernestica eignet sich perfekt für eine Badepause oder einen entspannten Lunch. Sandiger Grund, klares Wasser und guter Schutz vor südlichen Winden.

Plijeska Bucht – Insel Lošinj

Der Tag endet in der Bucht Plijeska auf Lošinj. Ein ruhiger Ankerplatz mit guten Haltebedingungen in 6 bis 9 Metern Tiefe. Im Sommer kann es hier lebhafter werden. In der Vorsaison (April und Mai) hingegen genießt man die Ruhe. Am besten geschützt ist die Bucht bei nördlichen und nordöstlichen Winden.

Tag 4: Ilovik und zurück in den Raum Lošinj

Ilovik wird oft als unkomplizierter Zwischenstopp betrachtet, doch die Durchfahrt zwischen Ilovik und Sveti Petar verlangt Aufmerksamkeit. Strömungen können sich verstärken und das Manövrieren zwischen den Booten erfordert Präzision.

Die Bojen werden nach dem Prinzip „first come, first served“ vergeben. In der Vorsaison ist das unproblematisch. Im Sommer hingegen entscheidet oft der Zeitpunkt der Ankunft.

Der Reiz von Ilovik liegt im Kontrast. Nach mehreren ruhigen Ankerplätzen bietet die Insel wieder etwas mehr Leben, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren.

Nach einem kurzen Tankstopp in Mali Lošinj geht es weiter in die Bucht Zabodarska. Sie besticht durch ihre natürliche Schönheit und vergleichsweise geringe Frequenz. Der Untergrund ist gemischt, daher sollte der Anker sorgfältig gesetzt werden. Auch der Bootsverkehr rund um Lošinj sollte im Blick behalten werden.

Tag 5: Insel Susak und Rückkehr nach Pomer

Zum Abschluss führt die Route zur Insel Susak, einer der ungewöhnlichsten Inseln der nördlichen Adria.

Insel Susak

Im Gegensatz zu den felsigen Küsten Kroatiens besteht Susak größtenteils aus Sand. Terrassenförmig angelegte Weinberge verleihen der Insel ihr charakteristisches Erscheinungsbild. Der Leuchtturm, rund 100 Meter über dem Meer gelegen, dient als wichtiger Orientierungspunkt.

Die Bucht Porat auf der Westseite bietet gute Ankerbedingungen bei etwa 3 Metern Tiefe auf sandigem Grund. Sie schützt vor Winden aus Nord bis Südost, ist jedoch bei westlichen Bedingungen exponiert.

Von Susak aus geht es zurück nach Pomer. Die rund 25 Seemeilen lange Rückfahrt schließt eine abwechslungsreiche Route ab, die die Vielfalt des Segelns in der nördlichen Adria eindrucksvoll zeigt.

Windbedingungen in der nördlichen Adria

Für diesen Törn ist ein gutes Verständnis der lokalen Winde entscheidend.

Die Bura (NE) kann plötzlich einsetzen und besonders in Inseldurchfahrten stark beschleunigen. Geschützte Buchten mit nördlicher Abdeckung sind dann die beste Wahl.

Der Jugo (SE) baut längere Wellen auf und kann selbst geschützte Buchten unruhiger machen.

Der Maestral (NW) sorgt für stabile Bedingungen, bringt im Sommer jedoch mehr Tagesverkehr in offene Buchten.

In der Vor- und Nachsaison ist das Wetter wechselhafter, dafür genießt man deutlich mehr Freiheit bei der Wahl der Ankerplätze

Häufig gestellte Fragen zum Nordadria und Kvarner Segeltörn

Wann ist die beste Zeit für einen Segelurlaub in Istrien und der nördlichen Adria?

April bis Juni sowie September und Oktober bieten ideale Bedingungen. Weniger Boote, mehr freie Ankerplätze und ein authentischeres Erlebnis. Im Hochsommer ist das Meer wärmer, dafür sind Buchten und Marinas deutlich voller.

Ist diese Route für Anfänger geeignet?

Mit Grundkenntnissen und guter Törnplanung ist die Route gut machbar. Wichtig ist das Verständnis für lokale Winde wie Bura und Jugo. Weniger erfahrene Crews profitieren von einem Skipper.

Wie sind die Ankerbedingungen in der Kvarner-Region?

Sehr gut. Viele Buchten bieten sandigen Grund mit sicherem Halt in 3 bis 10 Metern Tiefe. Zusätzlich stehen häufig Bojen zur Verfügung.

Gibt es ausreichend Versorgungsmöglichkeiten?

Ja. Orte wie Mali Lošinj bieten alles Notwendige von Tankstellen bis Supermärkten. Eine vorausschauende Planung bleibt dennoch empfehlenswert.

Was unterscheidet die nördliche Adria von Süd-Dalmatien?

Die Region wirkt ruhiger und weniger touristisch. Der Fokus liegt stärker auf Natur und entspanntem Segeln.

Findet man auch im Sommer ruhige Buchten?

Ja, mit guter Planung. Früh ankommen und weniger bekannte Spots ansteuern erhöht die Chancen deutlich.

Ist Pomer ein guter Ausgangspunkt?

Absolut. Die geschützte Lage in der Medulin-Bucht, die Nähe zu Pula und die schnelle Erreichbarkeit der Kvarner Inseln und Nord-Adria Inseln machen Pomer zu einer idealen Basis für entspannte und effiziente Segeltörns.

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